Capoeira
Capoeira ist ein Kampftanz, der in Brasilien von afrikanischen Sklaven, die von Afrika zur Zwangsarbeit nach Brasilien verschleppt wurden, entwickelt wurde. Es war ihnen, zur Vermeidung von Aufständen, auf Strafe verboten, sich Körperlich zu ertüchtigen. Die Techniken die sich mit den erlaubten Tänzen parallel entwickelten, waren sehr gefürchtet und so begann im geheimen, trotz verboten, eine sich immer stärker werdende Wiederstandsgemeinschaft zu entwickeln. Wohl auch deshalb sind in der Capoeira heute viele Kampfbewegungen versteckt und mit Strategie oder auch Tücke und Hinterlist behaftet.
Mestre Bimba gründete vor 70 Jahren die erste Capoeira Akademie in Salvador da Bahia und kämpfte für die Legalisierung der Capoeira, nicht nur indem er Kinder unterrichtete, sondern auch der breiten Bevölkerung die Möglichkeit gegeben hat Capoeira zu lernen. Es entwickelten sich in der Capoeira zwei Stilrichtungen, welche sich Capoeira “Angola” und Capoeira “Regional” nennen. Mestre Bimba, der zunächst die ältere Stilart, Capoeira-Angola vermittelte, gilt als Erfinder des Regional-Stils.
Viele Rituale und Bräuche aus dieser Zeit, wie z.B. die “Batisado” (Taufe), also die Einführung in die Welt der Capoeira und die damit verbundene Namensgebung, sowie der erhalt der ersten “Corda” (Seil, als zeichen der Graduierung), sind bis heute erhalten und werden nicht nur im Rahmen von vielen Workshops, die in den unterschiedlichen Gruppen immer wieder stattfinden, weiter gepflegt, sondern auch von den zahlreichen Mestre und Proffesor aus Brasilien, in das alltägliche Training eingeflochten. Auch bestehen heute durch die große Vielzahl an Gruppen immer wieder unterschiedliche Interpretaionen der Bräuche, da Capoeira jedoch verboten war, gibt es nur wenig belegbare Überlieferungen. Um so wichtiger ist heute der Austausch untereinander, denn die Entwicklung in der Capoeira hört nicht auf. Jeder Spieler kann, muss und soll seinen eigenen Stil entwickeln. Dadurch nimmt jeder Capoeirista – mancher mehr, mancher weniger – an dieser Entwicklung teil. Es sollte jedoch auch jeder die überlieferten Traditionen und Riten so weiter Pflegen, dass Sie noch weit über diese Zeit hinaus bestand haben.
Inzwischen ist Capoeira in Brasilien, nach Fußball, der zweite Nationalsport und auf der ganzen Welt eine beliebte Sportart. Nicht nur die Bewegungen, auch die Interaktion in der Gruppe wirkt sich positiv auf die Entwicklung des Menschen aus. Gefördert wird dies auch dadurch, dass ein Capoeirista nicht nur eine nahezu Perfekte Körperbeherrschung lernt, sondern auch im Bereich der Percussion Instrumente und des Gesangs hart an sich Arbeitet. Die verschiedenen Tänze des Carnevall in Brasilien fließen natürlich auch in seine Ausbildung mit ein und damit steht natürlich auch der enorme Spaßfaktor den Capoeira in diesem Fassettenreichtum ausmacht für jeden im Vordergrund.
Die Roda (portugiesisch "Kreis")

Die Spieler bilden einen Kreis, die „Roda“. Angefeuert von der Musik von Percussion-Instrumenten, dem rhythmischen Klatschen und Singen aller Teilnehmer, gehen immer zwei Spieler in den Kreis und spielen miteinander. Die Kampfbewegungen werden meist nur angedeutet, es sieht aus als würde getanzt. Das Beste daran: es gibt keinen Verlierer, auch keinen Gewinner; jeder spielt mit jedem – unabhängig von Alter, Geschlecht, Gewicht oder Stärke. Die Roda wird zu einem Kunstwerk, bei dem die Zuschauer selbst zugleich Spieler werden- sei es im Kampf, Singen oder Instrumente spielen.